Giftsumach

Wie kann man von Giftsumach Ausschlag bekommen?

Der Giftsumach enthält in seinem Milchsaft das Urushiol. Urushiol ist eines der stärksten pflanzlichen Kontaktallergene, welches die Natur zu bieten hat. Bereits ein Nanogramm (milliardstel Gramm) dieser Substanz kann schon zu Hautreizungen führen. Rechnerisch würden zehn Gramm Urushiol ausreichen, um bei der gesamten Weltbevölkerung Hautausschlag zu verursachen.
Der Ausschlag, der von Giftsumach (Gifteiche, Giftefeu) verursacht wird, wird auch Rhus dermatitis, Toxicodendron dermatitis oder auch Urushiol-induzierte Kontaktdermatitis genannt.

Laut einer Studie der American Academy of Dermatology reagieren in Nordamerika, der Heimat des Giftsumachs ca. 85 % der Bevölkerung allergisch auf den Wirkstoff. Dabei sind mindestens 50 % davon stark empfindlich, während der Rest mit einem geringeren Ausschlag zu rechnen hat. Generell kann es bei einer Rhus dermatitis aber leicht zu einer Hypersensibilisierung kommen. Das heißt, die jeweilige Person regiert bei mehrmaligem Kontakt immer empfindlicher auf den Wirkstoff, was sogar bis zu Kreislaufkollaps bei Kontakt mit der Pflanze führen kann.
Eine Erklärung warum bei bestimmten Personen keine Sensibilisierung vorliegt, hat man bis jetzt noch nicht gefunden.

Der Ausschlag tritt bei Personen mit Erstkontakt nach ca. 3 bis 10 Tage auf, beim wiederholten Mal reagiert man in der Regel schneller und kann schon am Abend nach einer Wanderung erste Anzeichen von einer Rhus dermatitis sehen. Es spielen dabei immer mehrere Faktoren eine Rolle. Natürlich wie stark und wie lange war der Kontakt, was für Hauttyp ist man und wie waren die äußeren Bedingungen. Bei sportlicher Betätigung oder warmer Witterung schwitzt der Mensch. Die Poren sind geöffnet und die Haut natürlich dann besonders empfindlich.

Giftsumach (Gifteiche, Giftefeu) Ausschlag
Durch Giftsumach (Gifteiche, Giftefeu) hervorgerufener Ausschlag an den Armen (Kontaktdermatitis, Rhus Dermatitis)

Der Ausschlag hat in seiner einfachsten Form den Charakter einer Rötung. Die Haut juckt oder schmerzt etwas. Etwas schlimmer und langwieriger ist der Heilungsprozess wenn man Schwellungen und kleine Pusteln hat, die später Eiter absondern können. Meistens entstehen so kleinere Narben, die zur Abheilung länger benötigen. Wenn es einen aber so richtig erwischt hat, bekommt man unschöne dicke Blasen. Deren Heilungsverlauf kann dann bis mindestens 8 Wochen andauern.

Nicht nur direkt an der Kontaktstelle entwickelt sich der Ausschlag, sondern man hat beobachtet, dass es sich in Richtung des Blutflusses weiterverbreitet. Obwohl man nur am Unterarm in Kontakt mit Giftsumach gekommen ist, breitet sich der Ausschlag bis weit über die Schulter aus.

Es gibt mehrere Arten mit dem Wirkstoff Urushiol in Kontakt zu kommen:

Ausschlag durch direkten Kontakt mit der Pflanze

Giftsumachblatt mit Urushiol
Giftsumachblatt mit ausgetretenem
und oxidierten Milchsaft

Die wohl häufigste Art von Giftsumach (Gifteiche, Giftefeu) einen Ausschlag zu bekommen ist der direkte Kontakt mit der Pflanze. Die Pflanze hat eine recht weiche äußere Hülle (Epidermis). Schon kleinere Bewegungen der Blätter, durch Wind oder äußere mechanische Einwirkung können eine Beschädigung zur Folge haben und der giftige Pflanzensaft tritt nach außen.

Oft sind es auch Insekten die für die Beschädigungen verantwortlich sind (sh. Foto rechts). Der Milchsaft oxidiert an der Luft und verfärbt sich schwarz. Die schwarzen Punkte auf den Blättern oder Stängeln sind übrigens gute Erkennungsmerkmale für den Giftsumach.

Menschen die unbeabsichtigt mit freien Körperteilen die Pflanze berühren sind mit hoher Wahrscheinlichkeit mit Urushiol in Kontakt gekommen und werden höchstwahrscheinlich in den nächsten Tagen mit einem Ausschlag rechnen müssen, der dann bei einer durchschnittlichen Entwicklung mindesten 3 Wochen seine Wirkung zeigt.
Flächen mit Hornhaut sind da nicht ganz so empfindlich wie zum Beispiel die Innenseiten der Unterarme, Kniekehlen, Ellenbogenkehlen, Gesicht, Hals usw.

Ausschlag durch indirekten Kontakt mit der Pflanze

Die Möglichkeit sich indirekt mit Giftsumach einen Ausschlag einzufangen ist sehr variantenreich. Die besten Pflanzenkenntnisse nützen in diesem Fall leider nichts.
Sehr häufig passiert das über das Fell unserer Haustiere, die wie z.B. Hunde mal schnell durch den Wald stromern oder freilaufende Katzen, die ihr Revier ablaufen. Die ölige Substanz haftet am Fell und kann dort bis zu 5 Tage später noch ihre volle Wirksamkeit entfalten. Auch wenn die Tiere sich putzen. Das kann genauso auch bei Pferde, Ziegen, Rindern und Schafen passieren. Katzen und Hunde legen sich nach ihrem Reviergang auch gern mal auf einen Stuhl oder auf die Couch. Irgendwann macht sich das Herrchen mit kurzen Hosen an der Stelle gemütlich und wird sich später dann wundern woher der Ausschlag kommt. Genauso ist das Schmusen mit den Tieren in Gegenden, wo der Giftsumach in großen Mengen wächst, nicht wirklich zu empfehlen. Amerikanische Hautärzte kennen diverse Varianten wie sich Haustierbesitzer infizieren sehr gut.

In Deutschland kann man beruhigt seinen Tieren auch mal den unbeobachteten Auslauf gönnen. Die Chance hier indirekt über das Fell eines Tieres in Kontakt mit Giftsumach zu kommen liegt bei weniger als ein Prozent.

Das Urushiol haftet nicht nur am Fell des Tieres sondern auch an der Kleidung. Wer sich gut geschützt auf Wanderschaft in mit Giftsumach reichen Gebieten begibt, sollte wissen, dass beim späteren Ausziehen der Kleidung äußerste Vorsicht geboten ist. Am besten gleich sofort in die Waschmaschine damit. Immer daran denken, Urushiol ist eine ölige Substanz, die leicht an allen möglichen Sachen haften bleibt und noch mehrere Tage später starke allergische Reaktionen verursachen kann.

Ausschlag durch Moleküle in der Luft

Erst vor ca. 40 Jahren hat man in Amerika festgestellt, das auch beim Verbrennen von Pflanzenteilen des Giftsumachs (Gifteiche, Giftefeu) eine starke Gefahr ausgeht. Bei großflächigen Rodungen und dem späteren Verbrennen stellte man einen signifikanten Anstieg von extremen Hautausschlägen bei der Bevölkerung in der näheren Umgebung fest.
Die Moleküle des Urushiol können nämlich so einiges an Hitze vertragen, kondensierten in der Luft und konnten sich so wunderbar über mehrere Kilometer verbreiten. Da in so einem Fall die giftige Substanz direkt über die Atemwege assimiliert wird, sind die Auswirkungen noch viel verheerender.
Wer in Amerika Gartenabfälle durch Feuer vernichten will, sollte also genau wissen, was er da verbrennt.

Falls hier jemand über seine Erfahrungen mit Ausschlag von Gifsumach berichten möchte, würde ich mich über einen Beitrag oder eine Kontaktaufnahme sehr freuen. Vielen Dank.

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